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Sucht: Ursachen
Was ist eigentlich Sucht? Wieso sind einige anfällig für Alkohol und Nikotin oder andere Suchtmittel, andere nicht? Wieso werden die einen spielsüchtig oder heroinabhängig, und andere nicht?
Bis vor wenigen Jahren ging man noch von einem klaren Zusammenhang zwischen „belastenden Faktoren“ und süchtigem Verhalten aus. Mit anderen Worten: Wer mit einer schwierigen Kindheit, Problemen in der Familie, Schicksalsschlägen und ähnlichem zu kämpfen hatte, war „reif für die Sucht“. Aber nicht jeder, der in solchen Problemen steckte, wurde oder wird süchtig. Und nicht jeder, der süchtig ist, blickt auf diese Art Probleme zurück.
Inzwischen weiß man, dass es so etwas wie schützende Faktoren gibt, die u.a. ausschlaggebend sind, ob ein Mensch süchtig wird oder nicht.

Sucht: Schutz
Schutzfaktoren gegen Suchtanfälligkeit sind zum Beispiel soziale Kompetenzen. Dazu gehört die Fähigkeit, sich abgrenzen zu können; „nein“ sagen zu können; eigene Gefühle wahrnehmen und ausdrücken zu können. Frustrationstoleranz, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, die Fähigkeit, bewusst zu genießen und Kontakte herzustellen, gehören ebenso dazu, wie sich und anderen vertrauen zu können, eigene Grenzen zu erkennen und zu erfahren, oder mit Misserfolgen umgehen zu können. Wie sieht es bei euch aus? Was geht euch davon ab, und was nicht? Was fällt euch leicht, oder womit tut ihr euch schwer?

Sucht: ein erlerntes Verhalten
Niemand ist heute plötzlich süchtig, der gestern noch nicht süchtig war! Sucht entsteht in einem Prozess mit verschiedenen Stadien, die fließend ineinander übergehen.

Am Anfang jeder Suchtentwicklung steht der Gebrauch oder der Genuss. Das Suchtmittel oder das süchtige Verhalten wird kontrolliert eingesetzt bzw. angewandt. Die Lernerfahrung, dass durch Konsum die Gefühle gezielt beeinflusst und verändert werden können, kann zu weiterem Konsum führen, sofern der Konsument keine besseren Problemlösungsstrategien in seinem Verhaltensrepertoire hat. Damit beginnt die Phase des Missbrauches oder der Gewöhnung. Suchtmittel bzw. süchtiges Verhalten werden regelmäßig, gezielt und immer häufiger eingesetzt, um den Alltag zu bewältigen und so oft wie möglich die gewünschte Stimmung zu erreichen. Die Höhen und Tiefen des Lebens werden nicht mehr wahrgenommen, sondern durch fortgesetzten Konsum „glattgebügelt“, also nivelliert. Ein Leben ohne Suchtmittel bzw. süchtiges Verhalten erscheint zunehmend unvorstellbar. Das Bestreben, die Gefühle zu manipulieren, tritt allmählich in den Hintergrund. Das Konsumverhalten verselbstständigt sich.
Das Stadium der Abhängigkeit oder der Sucht beginnt.
Es ist gekennzeichnet durch das unstillbare Verlangen nach dem Suchtmittel, - dann ist eine seelische Abhängigkeit erreicht. Je nach Suchtmittel kommt es zusätzlich noch zur körperlichen Abhängigkeit. Sie äußert sich in Entzugserscheinungen, wenn das Suchtmittel abgesetzt wird.

Aber: Aufhören ist möglich!

Mit der Einsicht „so kann ich nicht länger weitermachen, der Preis ist mir zu hoch“ beginnt der Ausstieg aus der Abhängigkeit oder wird der Einstieg in die Abhängigkeit verhindert. Das frühzeitige Aufsuchen einer Drogenberatungsstelle kann helfen, bereits im Vorfeld von Suchtverhalten eine Abhängigkeit zu verhindern. Beratungsstellen bieten kostenfreie Hilfe und Unterstützung. Sie sind zur Anonymität verpflichtet. Beratungsstellen bieten auch Hinweise und Hilfe an, wenn Freunde oder Verwandte betroffen sind.

Schutzfaktoren-Check
- Ich kann mich abgrenzen und mich ausklinken, wenn´s mir mal nicht passt
- Ich kann „nein“ sagen
- Ich weiß meistens, was mit mir los ist
- Ich kann auch mal eine Niederlage einstecken, ohne völlig auszuflippen
- Ich mag mich gern und bin alles in allem zufrieden mit mir
- Ich traue mich, meine Meinung zu sagen
- Im Genießen bin ich große klasse
- Ich kann gut Kontakt aufnehmen
- Ich traue mir selber eine Menge zu
- Ich vertraue mich mit meinen Problemen oder Träumen meinen engsten Freunden an

Aussagen zur Sucht
- miteinander reden kann vieles verhindern
- Sucht hat viele Ursachen und Gesichter
- Sucht fällt nicht vom Himmel
- Süchtiges Verhalten ist immer Ersatz für etwas anderes
- Bei süchtigem Verhalten geht es immer um Gefühle
- Alle Gefühle sind in Ordnung, jeder kann lernen, angemessen damit umzugehen
- Ausleben von Gefühlen hat Grenzen
- Prävention (Vorbeugung) beginnt bei dir

Du kannst
...der Sucht entgegenwirken
...„NEIN“ sagen
...Spaß und Freude haben
...viel Einfluss auf dein Leben nehmen
...Hilfe und Unterstützung bekommen

(Quelle: Drogenhilfe Karlsruhe)

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